Cadmium im Trinkwasser: Warum selbst geringe Mengen relevant sind

Cadmium im Trinkwasser: Warum selbst geringe Mengen relevant sind

Cadmium ist ein giftiges Schwermetall, das in sehr geringen Mengen natürlicherweise in der Umwelt vorkommt. Problematisch wird es, wenn Cadmium durch industrielle Prozesse, Bergbau, Verbrennung, Düngemittel oder alte Installationsmaterialien in Böden, Grundwasser oder Trinkwasser gelangt. Für die Trinkwasserqualität ist Cadmium besonders relevant, weil es im Körper nur sehr langsam ausgeschieden wird und sich über viele Jahre vor allem in den Nieren anreichern kann. Die Weltgesundheitsorganisation beschreibt die Niere als wichtigstes Zielorgan und nennt für Cadmium eine biologische Halbwertszeit von etwa 10 bis 35 Jahren.

Was ist Cadmium?

Cadmium, chemisches Symbol Cd, ist ein silberweißes, weiches Schwermetall. Es kommt natürlicherweise in Gesteinen und Böden vor, wird aber auch durch menschliche Aktivitäten in die Umwelt eingetragen. Früher wurde Cadmium unter anderem in Batterien, Korrosionsschutzbeschichtungen, Pigmenten, Kunststoffen und Metalllegierungen eingesetzt.

Heute ist der Einsatz cadmiumhaltiger Stoffe deutlich stärker reguliert. Trotzdem kann Cadmium weiterhin in der Umwelt vorhanden sein, weil es nicht biologisch abgebaut wird. Einmal eingetragen, kann es sich in Böden und Sedimenten anreichern und unter bestimmten Bedingungen auch ins Grundwasser gelangen.

Wie gelangt Cadmium ins Trinkwasser?

Cadmium im Trinkwasser stammt meist nicht direkt aus dem Wasserwerk, sondern gelangt über natürliche oder menschlich verursachte Einträge in die Umwelt. Dazu gehören cadmiumhaltige Gesteine und Böden, Bergbau, Metallverarbeitung, industrielle Emissionen, Verbrennungsprozesse sowie phosphathaltige Düngemittel. Da Cadmium nicht biologisch abgebaut wird, kann es sich in Böden anreichern und unter bestimmten Bedingungen ins Grundwasser gelangen.

Auch die Hausinstallation kann eine Rolle spielen. Besonders ältere verzinkte Stahlrohre, bestimmte Lote, Kupferlegierungen oder ungeeignete Armaturen können Cadmium an das Trinkwasser abgeben. In modernen Installationen ist das meist kein typisches Problem. Bei alten Leitungen, auffälligen Materialien oder längerer Stagnation des Wassers kann eine Wasseranalyse dennoch sinnvoll sein.

Gesundheitswirkung von Cadmium

Cadmium ist gesundheitlich relevant, weil es sich bei regelmäßiger Aufnahme über lange Zeit im Körper anreichern kann. Besonders betroffen sind Leber und Nieren, wobei die Niere als wichtigstes Zielorgan gilt. Die Weltgesundheitsorganisation beschreibt für Cadmium eine sehr lange biologische Halbwertszeit von etwa 10 bis 35 Jahren. Das bedeutet: Aufgenommenes Cadmium wird nur langsam ausgeschieden und kann sich über Jahre im Körper ansammeln.

Eine langfristige Belastung kann die Nierenfunktion beeinträchtigen und den Knochenstoffwechsel stören. Deshalb gilt für Cadmium im Trinkwasser in Deutschland ein strenger Grenzwert von 0,003 mg/L, also 3 µg/L. Dieser Wert ist in der Trinkwasserverordnung festgelegt.

Cadmium und Cadmiumverbindungen werden zudem als krebserregend eingestuft. Für Trinkwasser ist dabei wichtig: Die stärkste Evidenz betrifft vor allem das Einatmen cadmiumhaltiger Stäube oder Dämpfe, etwa bei beruflicher Belastung. Bei Trinkwasser steht vor allem die langfristige Aufnahme über den Verdauungstrakt und die mögliche Belastung der Nieren im Vordergrund.

Cadmium ist selten sichtbar, aber messbar

Cadmium im Trinkwasser kann man nicht zuverlässig sehen, riechen oder schmecken. Klares Wasser bedeutet deshalb nicht automatisch, dass keine Schwermetalle enthalten sind. Sicherheit bringt nur eine Laboranalyse.

Sinnvoll ist dabei nicht nur die Untersuchung auf Cadmium allein. In vielen Fällen empfiehlt sich eine umfassendere Schwermetallanalyse, zum Beispiel auf

  • Blei
  • Eisen
  • Kupfer
  • Nickel

So lässt sich besser beurteilen, ob die Belastung aus der Hausinstallation, aus dem Grundwasser oder aus einer anderen Quelle stammen könnte.

Fazit

Cadmium ist im Trinkwasser meist nicht die häufigste Schadstoffbelastung, aber ein wichtiger Parameter in der Wasseranalyse. Das Schwermetall kann sich über viele Jahre im Körper anreichern und vor allem die Nieren belasten. Der niedrige gesetzliche Grenzwert zeigt, dass Cadmium gesundheitlich streng bewertet wird.

Wer Brunnenwasser nutzt, in einem älteren Gebäude wohnt oder eine Schwermetallbelastung vermutet, sollte sein Trinkwasser gezielt untersuchen lassen. Eine professionelle Wasseranalyse zeigt, ob Cadmium oder andere Schwermetalle im Wasser vorhanden sind und ob Handlungsbedarf besteht.

Quellen

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https://www.who.int/publications/i/item/9789241549950

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Directive (EU) 2020/2184 on the quality of water intended for human consumption.
https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=CELEX:32020L2184

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Scientific Opinion on Cadmium in Food.
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Nordberg, G. F., Fowler, B. A., & Nordberg, M. (Eds.). (2015).
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Vohr, H.-W. (Hrsg.). (2016).
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Dieter, H. H. (2002).
Welche Fremd- und Schadstoffe gefährden oder verunreinigen prioritär das Trinkwasser?
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Cadmium – Bewertung eines Umweltgiftes.
Deutsches Ärzteblatt, 102(50), A-3456–A-3460.

Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. (2023).
Cadmium – gesundheitliche Bewertung.

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