Kalk im Wasser: Welche Rolle Calcium spielt

Kalk im Wasser: Welche Rolle Calcium spielt

Calcium ist ein natürlicher Mineralstoff, der in vielen Trinkwässern vorkommt. Es gelangt vor allem durch den Kontakt des Wassers mit Gestein und Böden in das Grundwasser. Für die Gesundheit ist Calcium nicht bedenklich, sondern ein lebensnotwendiger Mineralstoff. Interessant ist der Wert trotzdem: Er zeigt, wie stark Ihr Wasser mineralisiert ist, kann den Geschmack beeinflussen und im Haushalt zu Kalkablagerungen beitragen.

Was ist Calcium?

Calcium, chemisches Symbol Ca, ist ein natürlich vorkommendes Element und ein wichtiger Mineralstoff für den menschlichen Körper. Im Trinkwasser liegt Calcium nicht als Metall vor, sondern gelöst als Calciumion Ca2+. Besonders in Regionen mit kalkhaltigem Untergrund kann Wasser mehr Calcium enthalten, weil sich Calciumverbindungen aus Gesteinen lösen und ins Grundwasser übergehen.

Für Verbraucher ist Calcium vor allem deshalb relevant, weil es im Alltag oft über Kalk sichtbar wird. Wird calciumhaltiges Wasser erhitzt, können sich Calciumverbindungen als helle Ablagerungen absetzen, etwa im Wasserkocher, an Armaturen oder in Kaffeemaschinen. Das ist kein Hinweis auf gesundheitlich schlechtes Wasser, sondern eine typische Folge mineralstoffreichen Wassers

Gesundheitliche Auswirkungen

Calcium ist für den Körper notwendig. Es trägt zum Erhalt von Knochen und Zähnen bei und ist außerdem an Muskelfunktion, Nervenreizleitung und Blutgerinnung beteiligt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen eine tägliche Calciumzufuhr von 1.000 mg.

Trinkwasser kann zur Calciumversorgung beitragen, ersetzt aber keine ausgewogene Ernährung. Wie viel Calcium über das Wasser aufgenommen wird, hängt stark vom jeweiligen Calciumgehalt und der täglichen Trinkmenge ab. Calciumreiche Mineralwässer können laut DGE ab mehr als 150 mg Calcium pro Liter eine relevante Calciumquelle sein.

Für Calcium gibt es in der deutschen Trinkwasserverordnung keinen eigenen gesundheitlich begründeten Grenzwert. Das liegt daran, dass Calcium im Trinkwasser nicht als Schadstoff bewertet wird. Ein hoher Calciumwert ist deshalb in erster Linie ein Hinweis auf eine stärkere natürliche Mineralisierung, nicht auf eine gefährliche Belastung.

Wie gelangt Calcium ins Trinkwasser?

Calcium gelangt überwiegend auf natürlichem Weg ins Trinkwasser. Wenn Regenwasser im Boden versickert, nimmt es Kohlendioxid auf und kann dadurch Calcium aus kalkhaltigen Gesteinen lösen. Besonders Kalkstein, Dolomit und Gips können Calcium an das Wasser abgeben. Über das Grundwasser gelangt es anschließend in die öffentliche Wasserversorgung oder in private Brunnen.

Deshalb unterscheiden sich Calciumwerte regional deutlich. In Gebieten mit kalkhaltigem Untergrund ist das Wasser oft calciumreicher als in Regionen mit weniger löslichen Gesteinen. Menschliche Einträge spielen bei Calcium im Vergleich zu vielen Schadstoffen meist eine untergeordnete Rolle. In der Wasseraufbereitung kann Calcium jedoch gezielt beeinflusst werden, etwa um das Wasser technisch zu stabilisieren.

Welche Auswirkungen hat Calcium im Alltag?

Calcium beeinflusst vor allem den praktischen Umgang mit Wasser. Bei höheren Calciumgehalten können sich Kalkablagerungen bilden, besonders wenn Wasser erhitzt wird. Das betrifft zum Beispiel Wasserkocher, Kaffeemaschinen, Boiler, Duschköpfe und Armaturen. Solche Ablagerungen sind lästig, aber nicht automatisch gesundheitlich bedenklich.

Auch der Geschmack kann sich verändern. Mineralstoffreiches Wasser wird häufig als kräftiger oder vollmundiger wahrgenommen, während sehr mineralarmes Wasser oft weicher oder neutraler schmeckt. Ob das als angenehm empfunden wird, ist individuell unterschiedlich.

Gleichzeitig kann Calcium im Wasser auch technische Vorteile haben. Unter geeigneten Bedingungen kann es zur Stabilität des Wassers beitragen und an Schutzschichten in Leitungen beteiligt sein. Entscheidend ist deshalb nicht, Calcium grundsätzlich zu vermeiden, sondern den Wert im Zusammenhang mit der gesamten Wasserzusammensetzung zu betrachten.

Fazit: Calcium ist kein Schadstoff, aber ein wichtiger Wasserwert

Calcium im Trinkwasser ist ein natürlicher und gesundheitlich unbedenklicher Mineralstoff. Es gehört zur normalen Mineralisierung des Wassers und kann je nach Region in sehr unterschiedlichen Mengen vorkommen. Ein erhöhter Calciumwert ist daher nicht automatisch problematisch, sondern zunächst ein Hinweis darauf, dass das Wasser stärker mineralisiert ist.

Für Verbraucher ist Calcium vor allem im Alltag relevant. Es kann den Geschmack des Wassers beeinflussen und bei höheren Konzentrationen zu Kalkablagerungen an Armaturen, in Wasserkochern oder Kaffeemaschinen beitragen. Gleichzeitig kann Calcium unter geeigneten Bedingungen auch zur Stabilität des Wassers beitragen.

Quellen

Leibniz Universität Hannover. (2012).
Pilotstudie: Trinkwasser liefert kaum Mineralstoffe.
Hannover: Institut für Siedlungswasserwirtschaft.

Bayerisches Landesamt für Umwelt. (2022).
Roh- und Trinkwasseruntersuchungen: Vergleich der Untersuchung nach Trinkwasserverordnung (TrinkwV) und Eigenüberwachungsverordnung (EÜV).
https://www.lfu.bayern.de

Deutsche Gesellschaft für Ernährung. (2020).
Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr: Calcium.
https://www.dge.de

World Health Organization. (2005).
Nutrients in drinking water.
https://www.who.int/publications/i/item/9241593989

World Health Organization. (2017).
Guidelines for drinking-water quality (4th ed.).
https://www.who.int/publications/i/item/9789241549950

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